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Garten #109 aus der Serie 13 Gartenlauben, 2023 (C-Print, 38 x 48cm)

                               

Gärten des Widerstands


Ausstellungs- und Publikationsprojekt

Ausstellungen


24. September - 9. November 2025
in der Kommunalen Galerie Berlin

Seit 6.März 2026
Intervention »Von Füchsen und Bäumen« mit Axel Jansa
im Schoeler Schlösschen, Berlin

Projektbeschreibung


An der Ecke Prinzregenten/Waghäuseler Straße befindet sich ein in der Geschichte Berlins noch nie bebautes Grundstück, auf dem 89 Jahre lang Kleingärten gehegt und gepflegt worden sind. Den Pächtern waren ihre Gärten trotz vielerlei Proteste zum 30. November 2023 gekündigt worden, da das Gartenland einem Bauprojekt der landeseigenen Immobiliengesellschaft Berlinovo weichen soll. Engagierte Anwohner:innen, Aktivist:innen und und einige der Kleingärtner:innen gründeten Anfang 2024 die Initiative »KlimaInsel Wilmersdorf« und verwandelte das Gelände während zwei Zwischennutzungen zu einem Gemeinschaftsgarten und Kieztreffpunkt, auf dem sich vielfältige Aktivitäten entwickelten: Veranstaltungen und Diskussionen zu Klimaschutz und Stadtplanung, Pflanzentauschbörsen, Schülerworkshops, Ernteaktionen zu Gunsten von Obdachlosenküchen, eine Geschichtswerkstatt, Führungen über das benachbarte Gelände der ehemaligen Synagoge Prinzregentenstraße, Plakatmalaktionen, politische Hintergrundarbeit, Petitionen gegen die Zerstörung des Gartenlandes etc. Einem Anwohner des Gartens lieh ich eine Kamera, mit der er die Geschehnisse auf der »KlimaInsel« bis heute aus seinem Küchenfenster dokumentiert. Ziel der Initiative war, die Bebauung zu verhindern und den kühlenden Garten dauerhaft für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Am 25.2.2026 änderte sich die Situation der Gärten schlagartig.
Kurz vor Ende der Baumfällsaison wurden alle 48 Bäume der KlimaInsel gefällt, obwohl der Bauantrag für ein Gebäude mit 280 möblierten Mikroappartements noch nicht bewilligt worden war. Als Reaktion darauf zeige ich seit 6. März in einer Intervention im benachbarten Schoeler Schlösschen, unserem derzeitigen Exilort, alle 48 zerstörten Bäume auf 4x5inch Kontaktabzügen in zwei Vitrinen. Den Ausstellungstitel »Gärten des Widerstands« entlieh ich mir beim französischen Philosophen und Gärtner Gilles Clement, der mit seiner Idee der »Planetaren Gärten«, für eine gerechtere Verteilung von Nahrungsmitteln, mehr Bildung und Teilhabe plädiert.